Ein Blick auf Rügen aus der Vogelperspektive lässt deutlich erkennen, dass die Insel kein geschlossener Komplex wie Bornholm (Dänemark) oder Gotland (Schweden) ist, sondern ein Puzzle aus Land und Wasser, Nehrungen und Inseln, Buchten und Halbinseln. Die Ursache für dieses ungewöhnliche Aussehen liegt etwa 7000 Jahre zurück. In dieser Zeit war der bis zu 2 Kilomter mächtige Eispannzer der dritten, der Weichsel-Eiszeit bereits geschmolzen und liess den Wasserspiegel im Bereich der heutigen Ostsee erheblich ansteigen. Die Folge war, dass die eiszeitlichen Moränenrücken als einzelne Inselkerne ins Meer ragten. Die Aussenküste solcher Inselkerne wie Wittow, Jasmund, Granitz, Mönchgut und Thiessow waren der starken erosion durch die Brandung ausgesetzt und es bildeten sich steilufer. Küstenströmungen transportierten das ins Meer gestürzte Material mit und lagerten es seitlich der Inselkerne an. Sandhaken bildeten sich heraus – ein Vorgang, den man noch heute zwischen Rügen und Hiddensee beobachten kann. Die Sandhaken verbanden sich miteinander und so entstanden Nehrungen, die grössere Wasserflächen vom Meer abriegelten. Diese sogenannten Bodden erfuhren im Laufe der Zeit durch das Oberflächenwasser und den nur spärlichen Meerwassereinfluss eine Aussüssung.
5. Juni 2009
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